Beistehen statt rumstehen

Eine Initiative zur Förderung einer Kultur des Hinschauens und Helfens

Zunächst wehrte sich die ältere Dame noch, schließlich musste sie sich aber der überlegenen Körperkraft des jungen Mannes beugen, der ihr in aller Öffentlichkeit die Handtasche entriss und sie zu Boden stieß. Obwohl sie laut geschrieen hatte, gingen die Menschen auf der anderen Straßenseite achtlos weiter, ohne sich um ihre Notlage zu kümmern ...

 

Ein Fall, wie er täglich vorkommen könnte. Dabei wäre es so einfach gewesen, mit einem Anruf Hilfe herbeizuholen und die Polizei zu verständigen. Doch leider kommt es immer öfter vor, dass Menschen sich nicht einmischen, sondern nach dem Motto "irgendjemand wird sich schon darum kümmern" achtlos wegsehen.Tatsache ist: Jeder kann einmal in eine Notlage geraten und - Jeder kann helfen!

 

Die Präventionsvereine "Sicherheit in Mannheim (SiMA) e.V., Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar e.V. und Sicheres Heidelberg (SicherHeid) e.V." haben sich erstmals in der Art eines Kurpfälzer Bündnisses partnerschaftlich zusammengetan, um mit der Initiative "beistehen statt rumstehen" Menschen auszuzeichnen, die sich im Alltag als Helfer in der Not bewährt haben.

 

Mit der Auszeichnung soll ein Ansporn geschaffen werden, nicht tatenlos zuzusehen, wenn anderen Menschen Unrecht geschieht oder sie in Not geraten. Dabei richtet sich die Initiative inhaltlich an der bereits bundesweit von der Polizei propagierten Aktion TU WAS aus. Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen – andere zur Mithilfe auffordern – Hilfe über Telefon organisieren – sich um Opfer kümmern, das sind die wesentlichen Eckpunkte dieser Kampagne. Heldentum wird dabei nicht erwartet, sondern einfache Hilfeleistungen, die für jeden im Grunde selbstverständlich sein müssten.

 

Die Auszeichnung in Form einer Urkunde und einem Präsent erhalten Menschen, die in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis entsprechend handeln. Über die Veröffentlichung der guten Taten möchten die drei Präventionsvereine auch darauf hinwirken, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung positiv zu beeinflussen.

 

"Beistehen statt rumstehen" - eine Initiative zur Förderung der Zivilcourage in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Nähere Informationen unter Tel. 0621/174-1244 oder 01727/618161

und im Internet: www.aktion-tu-was.de und www.polizei-beratung.de

Großbrand verhindert

Für ihr aufmerksames und couragiertes Verhalten wurden die 17-jährige Emma MAESTRALI, ihr 50-jähriger Vater Frederic MAESTRALI, der 24-jährige Alexander NEUHOLZ und der 43-jährige Kai BUNTROCK (alle aus Heidelberg) im Rahmen der Kampagne „Beistehen statt rumstehen“ geehrt.

 

Bürgermeister Wolfgang Erichson, Leitender Kriminaldirektor Siegfried Kollmar vom Polizeipräsidium Mannheim - Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, sowie Reiner Greulich, Geschäftsführer des Vereins Sicheres Heidelberg e.V. nahmen die Ehrung vor.

 

Die Helfer hatten am Morgen des 14. Mai 2017 in gemeinsamem Zusammenwirken einen Großbrand in der Heidelberger Hebelstraße verhindert, nachdem ein 42 Jahre alter Tatverdächtiger an insgesamt 13 Fahrzeugen eines großen Autohauses bereits Grillanzünder in Brand gesetzt hatte, um die Fahrzeuge anzuzünden. An wei-teren sechs Fahrzeugen hatte er bereits Brandbeschleuniger bereit gelegt.

 

Herr Neuholz wurde auf die Tat aufmerksam und mobilisierte den Verkehrsteilneh-mer Herrn Maestrali, darüber hinaus konnte Herr Neuholz eine gute Personenbe-schreibung des Verdächtigen abgeben. Herr Maestrali löschte mit Hilfe seines Auto-feuerlöschers mehrere Autoreifen, die bereits in Brand geraten waren. Währenddessen informierte seine Tochter Emma Maestrali die Polizei. Herr Buntrock war ebenfalls mit seinem Pkw unterwegs, als er auf die Rauchentwicklung aufmerksam wurde. Unter Zuhilfenahme eines Stocks konnte er an mehreren Fahrzeugen brennende Grillanzünder noch wegschieben, bevor die Flammen auf die Fahrzeuge übergreifen konnten.

 

An den betroffenen Fahrzeugen (größtenteils hochwertige Pkw) entstand dennoch erheblicher Sachschaden in einer Höhe von ca. 15.000 Euro. Durch das schnelle und umsichtige Einschreiten der Helfer konnte jedoch Schlimmeres verhindert wer-den. Der Tatverdächtige konnte durch die Personenbeschreibung noch in der Nähe von Polizeikräften festgenommen werden.

 

Für ihr zivilcouragiertes Handeln, das zur Verhinderung eines Großbrandes und damit verbundenen hohen Risiken für Anwohner, Einsatzkräfte und Sachwerten beigetragen hatte, gebührt den Helfern Dank und Anerkennung. Alle erhielten eine Dankesurkunde und ein Präsent vom Verein Sicheres Heidelberg e.V.

v.l.n.r.: Bürgermeister Wolfgang Erichson, Geschäftsführer Reiner Greulich, Alexander Neuholz, Emma Maestrali, Frederic Maestrali, Kai Buntrock, Leitender Kriminaldirektor Siegfried Kollmar

Junges Paar verhindert Raub – Täter ging nacheinander zwei Frauen an

Gegen Mittag des 8. November 2015 wurde eine junge Frau in einer Straßenbahn in Heidelberg von einem 56-jährigen Mann bedroht, um sie zur Herausgabe ihres Handys zu zwingen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen schlug er ihr anschließend noch ins Gesicht. Die beiden Zeugen Franziska Riemann und Thomas Brondel hatten den Vorgang beobachtet, kamen der Betroffenen zu Hilfe und schritten schlichtend ein. Herrn Brondel gelang es, den Täter von weiteren Handlungen abzuhalten, während Frau Riemann den Straßenbahnfahrer verständigte. Der wiederum informierte die Polizei und verlangsamte seine Fahrt, so dass der Täter an der Haltestelle Bismarckplatz festgenommen werden konnte. Wie sich herausstellte, hatte er bereits kurz zuvor in einer anderen Straßenbahn versucht, unter Drohung mit Gewalt einer Frau das Handy zu rauben.

 

Für ihr zivilcouragiertes Handeln, das zur Festnahme eines Straftäters und zur Aufklärung von zwei schweren Straftaten führte wurden Franziska Riemann und Thomas Brondel ausgezeichnet. Beide erhielten eine Dankesurkunde und ein Präsent. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH schloss sich dem Dank an und ließ den beiden couragierten Helfern ebenfalls eine Aufmerksamkeit zukommen.

Sicheres Heidelberg e.V.

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69115 Heidelberg

 

Tel.: 0172 7 61 81 61

Fax: 0621 174 1247

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